Tomaten: gekocht oder nicht gekocht?

von Pelikan Apotheke

Sie ist das erklärte Lieblingsgemüse der Deutschen – die Tomate. Egal, ob als Cherry-, Dattel-, Strauch- oder Fleischtomate. Konkret handelt es sich eigentlich um ein Nachtschattengewächs, sprich um ein Fruchtgemüse. Insgesamt genießen wir laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über 20 Kilo pro Kopf jährlich von der roten Vitaminbombe, davon etwa 8,5 Kilogramm frisch. Aber wie ist sie denn am besten? Roh oder gekocht? Das ist hier die Frage.

Das kommt sicherlich drauf an, aber einige gute Inhaltsstoffe lassen sich gekocht leichter vom Körper annehmen. Ein Beispiel dafür ist das fettlösliche Vitamin A. Werden Tomaten mit Olivenöl gegart, ist das nach Wissenschaftler Frank Madeo eine Fettextraktion – und die Bioverfügbarkeit erhöht sich. Die Folge: Wir bekommen deutlich mehr Vitamin A aus einer Tomatensauce als aus einem rohen Nachtschattengewächs.

Tipps für mehr Lypocin

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Das Gleiche gilt für Lycopin, dem Farbstoff, der in Tomaten, aber unter anderem auch in Pink Grapefruits und Wassermelonen vorkommt. Das Nachtschattengewächs hat den Ruf, besonders reichhaltig an Lypocin zu sein. Und wird es erhitzt, dann wird die Zellstruktur aufgebrochen, sodass der Stoff, der zu den Carotinoiden gehört, verstärkt freigesetzt wird. Und da Carotinoide grundsätzlich fettlöslich sind, resorbiert sie der Körper besser, wenn sie mit fetthaltigen Lebensmitteln kombiniert werden. Studien kamen zu dem Ergebnis, dass dafür vor allem Olivenöl gut geeignet ist, weil wir dann das Lypocin verstärkt aufnehmen können. Ergo: Erwärmen wir Tomaten mit Olivenöl, erhöhen wir die Bioverfügbarkeit und die Resorption. Dosentomaten, die erst im reifen Zustand verarbeitet werden, weisen übrigens höhere Lycopin-Konzentrationen auf als Tomaten, die unreif geerntet werden und nachreifen müssen.

Lypocin soll verschiedenen Krankheiten vorbeugen

Dem sekundären Pflanzeninhaltsstoff aus der Gruppe der Carotine wird eine besonders starke antioxidative Wirkung nachgesagt. Dadurch soll der rote Pflanzenstoff zum Beispiel Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen – und Prostatakrebs. Amerikanische Wissenschaftler haben dazu kürzlich eine Übersichtsstudie angelegt und kamen zu der Erkenntnis: Lycopin senkt das Risiko für die Entstehung von Prostatakrebs. Denn es wurde ein direkter Zusammenhang zwischen der Lycopinaufnahme aus der Nahrung und dem Prostatakrebsrisiko deutlich. Das Risiko schrumpfte um ein Prozent je 2 mg Lypocin, das aufgenommen wurde.

Sekundärer Pflanzenstoff soll Prostatakrebs-Risiko senken

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Die ausgewerteten Studien, insgesamt 42 Stück, enthielten Daten von 692.012 Teilnehmern. 43.851 von ihnen waren an Prostatakrebs erkrankt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sowohl Menge an Lycopin, die übers Essen aufgenommen wurde, als auch die im Blut messbaren Lycopin-Werte deutlich mit der Reduzierung des Risikos für die Entstehung von Prostatakrebs verknüpft war.

Zur Studie.

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