Altersdepression schränkt das Leben stark ein

von pelikanapo

Neben Demenz ist die Altersdepression in Deutschland die häufigste psychische Erkrankung bei Menschen über 65 Jahren. Die Altersdepression zeigt sich an Beschwerden wie Schmerzen, Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche. Damit kann sie die Lebensqualität deutlich einschränken. Wie sie die Krankheit erkennen können und wie sie behandelt wird, lesen Sie hier.

Weit verbreitetes Leiden

Depressionen sind in Deutschland weit verbreitet. Fast jeder Fünfte leidet laut der Deutschen Depressionshilfe im Laufe seines Lebens an der psychischen Krankheit. Als Altersdepression gilt es, wenn Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren daran erkranken. Schwere Depressionen kommen laut Deutscher Depressionshilfe bei dieser Gruppe zwar etwas seltener vor als im Durchschnitt. Dafür sind sie aber deutlich häufiger von leichten Formen dieses Leidens betroffen.

Altersdepression belastet Körper und Geist

Und auch diese Form bringt sehr unangenehme Begleiterscheinungen mit sich. Besonders belastend sind dabei körperliche Symptome wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Müdigkeit und Schlafstörungen, Schwindel, Beklemmungen und Herzbeschwerden. Diese Symptome können von einer Depression ausgelöst werden. Sie erschweren allerding die Diagnose. Denn viele Ärzte erkennen in ihnen nur normale Altersbeschwerden.

Schlechte Stimmung und Konzentrationsschwierigkeiten

Die psychischen Symptome einer Altersdepression unterscheiden sich nicht von denen einer herkömmlichen Depression. Zu ihnen zählen neben Niedergeschlagenheit, Angst und Antriebsverlust auch Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisschwäche und Sprachprobleme. Diese Symptome werden von den körperlichen Beschwerden überschattet.

Altersdepression kann Demenz ähneln

Ein weiterer Faktor erschwert die Diagnose der Altersdepression: Viele der psychischen Symptome gleichen denen einer Demenz. Vor allem Defizite bei Sprache, Konzentration und Gedächtnis. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede. Während die Probleme bei der Demenz nach und nach einsetzen, beginnt eine Altersdepression plötzlich. Außerdem blenden Demenzkrankte ihr Leiden oft aus oder versuchen, es zu verbergen.

Unzufrieden mit eigener Situation

Im Gegensatz dazu zeigen sich Patienten mit Altersdepression mit ihrem Zustand unzufrieden und klagen offen über Beschwerden. Eine einfache Methode, um die Erkrankungen zu unterscheiden: Demenzkranke haben oft Probleme damit, ihren Namen oder die Uhrzeit zu nennen. Patienten mit Altersdepression hingegen nicht.

Altersdepression hat vielfältige Ursachen

Die Ursachen von Altersdepressionen sind vielfältig. Vorherige Erkrankungen in der Familie können ein Anzeichen sein. Denn das Risiko für Depressionen lässt sich vererben. Ein häufiger Auslöser ist starker Stress. Ältere Menschen erkranken zum Beispiel oft an Depressionen, wenn sie ihren Partner oder nahe Angehörige oder Freunde verlieren. Chronische Krankheiten oder das Nachlassen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten begünstigen ebenfalls Depressionen. Sie treten auch als Nebenwirkungen bestimmter Medikamente auf. Und entstehen durch Schlaganfälle und Alzheimer.

Behandlung dringend notwendig

Eine Altersdepression verschwindet in aller Regel nicht wieder von allein. Die Beschwerden können sich mit fortschreitender Zeit verschlimmern und die Krankheit chronisch werden. Die Folge kann ein gefährlicher körperlicher Abbau sein. Darüber hinaus sind Depressionen ein häufiger Auslöser für Suizide. Und gerade bei älteren Männern ist die Suizidrate stark erhöht.

Komplette Heilung der Altersdepression möglich

Deshalb ist es wichtig, zu handeln, wenn Sie bei sich oder Angehörigen Anzeichen für eine Altersdepression erkennen. Ziehen Sie dann den Hausarzt zu Rate. Er überprüft, ob es körperliche Ursachen für die Beschwerden gibt. Außerdem können Sie den Selbsttest der Deutschen Depressionshilfe nutzen. Falls der Hausarzt eine Depression erkennt, folgt die Überweisung an einen Facharzt. In einer individuell abgestimmten Therapie behandelt dieser die Krankheit mit Psychotherapie und Psychopharmaka. Sowohl die körperlichen als auch die psychischen Beschwerden nehmen dadurch meistens deutlich ab. Oft verschwinden sie komplett.

Erkrankte brauchen Unterstützung

Meistens ist es für Betroffene schwierig, sich die Krankheit einzugestehen. Gerade ältere Menschen haben Probleme damit. Deshalb ist es wichtig, ihre Angehörigen bei diesem Schritt zu unterstützen. Machen Sie Ihnen Mut. Sagen Sie Ihnen, dass Depressionen kein Zeichen von Schwäche sind und dass sich niemand deswegen schämen muss. Depressionen sind eine weit verbreitete Krankheit, an der niemand selbst schuld ist.

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