Demenz-Risiko durch zu viel Zucker in der Jugend

von pelikanapo

Bei Jugendlichen, die regelmäßig gezuckerte Getränke konsumieren, steigt einer US-amerikanischen Studie das Risiko, später an Demenz zu erkranken. Die Versuche der Wissenschaftler wurden zwar an Ratten vorgenommen: Jedoch sind die Forscher davon überzeugt, dass zuckerhaltige Getränke sich auch bei anderen Lebewesen auf das Mikrobiom auswirken und dieses wiederum einen Einfluss auf Gehirnfunktionen hat.

Erinnerungsprobleme

Die Forscher der Universität von Südkalifornien beobachteten bei Versuchen zwei Gruppen von Ratten, die normales beziehungsweise gezuckertes Wasser tranken: Dabei hatten die Zuckerkonsumenten Schwierigkeiten, sich an Dinge zu erinnern, die mit dem Hippocampus in Verbindung stehen. Dieser ist die Schaltstelle zwischen dem Kurz- und dem Langzeitgedächtnis.

Selektiv beeinträchtigt

Die jugendlichen Ratten hatten freien Zugang zu der jeweiligen Getränkeart. Als sie nach etwa einem Monat erwachsen waren, testeten die Forscher das Erinnerungsvermögen der Tiere. Dieses erwies sich bei Zuckertrinkern als gestört, sofern der Hippocampus beteiligt war. Gedächtnisfunktionen des sogenannten perirhinalen Kortex dagegen schienen unbeeinflusst: Diese Hirnregion empfängt hochverarbeitete sensorische Informationen aus allen sensorischen Regionen und wird allgemein als wichtige Region für das Gedächtnis angesehen. „Der Zuckerkonsum in jungen Jahren scheint das Lernen und Gedächtnis im Hippocampus selektiv zu beeinträchtigen“, schlussfolgert die USC-promovierte Ernährungswissenschaftlerin Emily Noble.

Mikrobiom verändert

Die in der Fachzeitschrift „Translational Psychiatry“ veröffentlichte Studie dokumentiert auch einen Zusammenhang zwischen spezifischen Veränderungen der Darmbakterien bei Ratten, die zuckerhaltige Getränke tranken, und der beeinträchtigten Gehirnfunktion. Die Arbeit zeigt, wie eine spezifische Veränderung des Mikrobioms – der Gesamtheit der Mikroorganismen im Magen und Darm – die Funktion einer bestimmten Region des Gehirns verändern kann.

Potenziell große Bedeutung

Die Ergebnisse des Ratten-Experiments könnten auch für den Menschen von großer Bedeutung sein. Nach Zahlen des US-Gesundheitsministeriums konsumieren bereits fast zwei Drittel der jungen Menschen in den USA täglich mindestens ein zuckerhaltiges Getränk – und das beeinträchtigt womöglich ihr Gedächtnis. Auch in Deutschland wird quer durch alle Altersschichten eher zu viel Zucker verzehrt – oft versteckt in verarbeiteten Lebensmitteln. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt, dass eine hohe und häufige Zuckerzufuhr die Entstehung von Übergewicht und Adipositas fördert sowie zahlreiche mit Übergewicht im Zusammenhang stehende Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf- Erkrankungen sowie die Entstehung von Karies. Gesundheitsfördernd sei eine zuckerarme Ernährung, raten die Experten.

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