Wir verwenden Cookies Cookie Details
Wir verwenden Cookies Cookie Details

…eine Sarkopenie? 

von pelikanapo

Der Begriff Sarkopenie stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „sarx“ für Fleisch und „penia“ für Verlust oder Mangel. Gemeint ist damit ein krankhafter Abbau von Muskelmasse, der mit einem Verlust an Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit einhergeht. Wichtig: Sarkopenie ist mehr als der natürliche Muskelabbau im Alter – es handelt sich um einen Zustand, der behandelt werden sollte. 

Wer ist betroffen und wie häufig tritt die Krankheit auf? 

Sarkopenie zählt zu den häufigen Alterserscheinungen und betrifft mehr als jeden zweiten Menschen jenseits der 80. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Ein deutlich erhöhtes Risiko tragen Rheumapatienten: Sie erkranken elfmal häufiger als Gleichaltrige ohne entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Darüber hinaus beginnt der Muskelabbau bei ihnen bereits in jüngeren Jahren – so das Fazit eines Forschungsprojekts der Deutschen Rheuma-Liga. 

Wie entsteht der Muskelschwund? 

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Stoffwechselprozesse: Der Körper produziert weniger muskelaufbauende Hormone, chronische Entzündungsreaktionen nehmen zu und die Eiweißverarbeitung lässt nach. Zusammen mit unzureichender Protein- und Energiezufuhr entsteht eine Sarkopenie. Dabei entwickelt sich oft ein verhängnisvoller Teufelskreis: Der Körper baut Muskeln ab, wodurch Bewegungen mühsamer werden. Die Folge: Menschen bleiben lieber im Sessel sitzen. Doch ohne Bewegung schwinden die Muskeln immer weiter. Gleichzeitig lässt mit schwindender Muskelmasse auch der Appetit nach. Viele Ältere, besonders Alleinlebende, greifen zu nährstoffarmen Fertiggerichten – obwohl Senioren etwa ein Viertel mehr Eiweiß benötigen als jüngere Menschen. 

Welche Folgen hat Sarkopenie für Betroffene? 

Die Auswirkungen sind erheblich: Sarkopenie trägt wesentlich zum Sturzrisiko und zum Verlust der Selbstständigkeit bei. Außerdem ist das Risiko für Komplikationen bei operativen Eingriffen bei Menschen mit Sarkopenie drei- bis viermal höher als bei gesunden Menschen. In manchen Fällen werden sogar Tumoroperationen verschoben, weil der Muskelschwund das Risiko zu groß macht. 

Was kann man gegen Sarkopenie tun? 

„Wir sind Muskelschwund nicht hilflos ausgeliefert,“ macht der Bundesarzt des Malteser-Hilfsdienstes, Dr. Rainer Löb aus Hamm, Hoffnung. Dabei gilt: Je früher eine Einschränkung durch schwindende Muskeln erkannt wird, desto effektiver kann man gegensteuern. „Mit gezieltem Training, ausgewogener Ernährung und bewusster Lebensgestaltung können wir den Muskelabbau verlangsamen – und teilweise sogar umkehren“, so der Experte. Sein Rat: „Wer gut und fit alt werden möchte, muss etwas tun. Und zwar Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht trainieren. Muskeln sind auch eine Altersvorsorge – wer früh einzahlt, profitiert später.“ Zusätzlich lässt sich die Erkrankung mit guter Ernährung bremsen. Tommy Cederholm, Professor für Klinische Ernährung an der Universität Uppsala in Schweden, rät älteren Menschen, die Aufnahme von Kohlenhydraten und Fett zu reduzieren und dafür den Protein-Anteil in ihrem Speiseplan zu erhöhen. „Das Eiweiß sollte dabei nicht nur aus Fleisch stammen. Auch Fisch und Hülsenfrüchte sind wertvolle Eiweißquellen. Die Vielfalt zählt.“

Ist es jemals zu spät für Gegenmaßnahmen? 

Nein! Selbst 80-Jährige können einem Muskelabbau gegensteuern. Je früher eine Einschränkung durch schwindende Muskeln erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Sprechen Sie bei ersten Anzeichen wie zunehmender Schwäche beim Treppensteigen mit Ihrem Arzt – eine gezielte Untersuchung kann Klarheit schaffen. 

Zurück

guten-tag-apotheke vip clock phone