Regelmäßiges Trinken steigert Risiko für Vorhofflimmern

Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren – hinter dieses geflügelte Wort haben jetzt Forscher ein Fragezeichen gesetzt: Wissenschaftler des Korea University College of Medicine in Seoul berichten einer Studie zufolge, dass häufiges Trinken kleiner Alkoholmengen ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen mit sich bringt.

Alkohol gehört vielfach dazu

Zum Jahreswechsel gehört ein Gläschen Sekt zum Anstoßen auf das neue Jahr bei vielen dazu: Manche genießen Alkohol in geselliger Runde dann und wann und nicht wenige haben das Feierabendbier fest in den Tag eingeplant. Alle fühlen sich wahrscheinlich vom 1996 verstorbenen italienischen Filmschauspieler Marcello Mastroianni von Herzen verstanden, der zum Thema Alkohol einmal sagte: „Abstinenzler sind Leute, die niemals entdecken, was sie versäumen.“

Immer jüngere Rauschtrinker

Beim vor Jahren vor allem unter Jugendlichen in Mode gekommene Rauschtrinken, im Volksmund auch Komatrinken genannt, wird kaum jemand widersprechen, wenn vor gesundheitlichen Risiken gewarnt wird: Das absichtliche Trinken bis zum Rausch gab es schon früher – nur greifen heute immer jüngere Kinder und Jugendliche zum Alkohol und betrinken sich bis zur Bewusstlosigkeit. Oft mit schweren gesundheitlichen Folgen, es kann schnell lebensgefährlich werden. Denn noch bevor den Jugendlichen übel wird und sie aufhören zu trinken, wirkt der Alkohol auf tiefe Regionen ihres Gehirns. Er kann eine plötzliche Atemlähmung verursachen, die ohne schnelle Hilfe tödlich endet.

Höheres Risiko

Doch auch abseits dieses Vollrauschs lauern Risiken: Südkoreanische Forscher haben ermittelt, dass der Risikofaktor für Vorhofflimmern bei täglichem Alkoholkonsum drastisch ansteigt. Wie der leitende Wissenschaftler Jong-Il Choi erklärte, hätten sich Empfehlungen zum Konsum von Alkohol bisher vorwiegend auf die Verringerung der Gesamtmenge und nicht auf die Häufigkeit konzentriert.

Zusammenhang mit Alkohol

Vorhofflimmern gilt nach Einschätzung von Spezialisten als die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Dabei erhöht sich das Risiko eines Schlaganfalls um das Fünffache. Zu den Symptomen gehören als unangenehm empfundenes Herzklopfen, ein rasender oder unregelmäßiger Puls, Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Schmerzen im Brustbereich und Schwindelgefühle. Eine frühere Meta-Analyse hatte einen direkten Zusammenhang zwischen Alkohol und Vorhofflimmern ergeben.

Risiko steigt je zwölf Gramm Alkohol

Das Risiko erhöhte sich pro zwölf Gramm Alkohol, die in einer Woche konsumiert wurden, um acht Prozent. Zwölf Gramm Alkohol entsprechen einem alkoholischen Getränk – etwa ein 0,3-Liter-Glas Bier, 1/8 Liter Wein (12 Vol.-%) oder ein Schnaps (4cl). Ein Glas Sekt (100 ml, 12 Vol.-%) schlägt mit immerhin 9,6 Gramm Alkohol zu Buche. Bisher war jedoch nicht eindeutig geklärt, welcher der beiden Faktoren die wichtigere Rolle spielt: Die Gesamtmenge des Alkohols oder die Anzahl der Anlässe, bei denen derartige Getränke konsumiert wurden.

Zusammenhänger untersucht

Die Forscher haben sich auf die relative Bedeutung häufigen Alkoholkonsums im Vergleich zum Komatrinken konzentriert. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf Patienten, bei denen ein Vorhofflimmern zum ersten Mal aufgetreten war. Die Forscher werteten die Daten von 9.776.956 Personen aus, die 2009 an einer landesweiten Gesundheitsuntersuchung teilnahmen. Bei diesem Check-up war auch ein Fragebogen zum Alkoholkonsum enthalten. Die Patienten wurden bis 2017 in Hinblick auf das Auftreten eines Vorhofflimmerns beobachtet.

Millionen Daten ausgewertet

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Die Forscher fanden heraus: Die Anzahl der Anlässe, bei denen in einer Woche Alkohol getrunken wurde, erwies sich dabei als der größte Risikofaktor für eine neue Erkrankung. Im Vergleich mit der Referenzgruppe, die zwei Mal pro Woche Alkohol konsumierte, war das Risiko bei denen am höchsten, die jeden Tag tranken. Der Risikoquotient lag bei dieser Personengruppe bei 1.412. Wurde nur einmal pro Woche Alkohol konsumiert, war der Risikoquotient mit 0.933 am niedrigsten. Die Wissenschaftler konnten keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Komatrinken und einem erhöhten Erkrankungsrisiko feststellen.

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