Wenn das Kind ins Krankenhaus muss
von pelikanapo
Steht ein Klinikaufenthalt an, bedeutet das für Kinder oft Unsicherheit und Angst. Je besser die Familie sich darauf vorbereitet, desto gelassener können Eltern und Kinder diese Situation annehmen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Krankenhausaufenthalt von Kindern.
Wann muss ein Kind ins Krankenhaus?
Nicht jeder Krankenhausaufenthalt ist ein Notfall. Für Eltern ist es manchmal schwer einzuschätzen, wann sie mit ihrem kranken Kind ins Krankenhaus fahren sollen – denn das bedeutet auch zusätzlichen Stress. Unbedingt in eine Klinik sollten Kinder bei:
• Bewusstseinsstörungen
• schwerer Atemnot
• Krampfanfällen
• Teilnahmslosigkeit
• hohem Fieber (über 41,5 Grad)
• wenn das Kind nicht trinkt
• wenn das Kind nach einem Sturz erbricht oder verwirrt ist
Bei kleineren Symptomen kann man dagegen zuerst den Kinderarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116117) kontaktieren. Sind Sie unsicher oder vermuten Sie einen Notfall, fahren Sie lieber in eine Klinik oder Anlaufpraxis. Falls Sie sich oder Ihrem Kind die Fahrt nicht zutrauen, rufen Sie einen Rettungswagen (Tel. 112).
Wie können wir uns gut vorbereiten?
Ins Krankenhaus zu fahren, ist für alle sehr aufregend. Je besser man sich vorbereitet, desto gelassener können Eltern und Kinder diese Situation meistern. Wichtige Unterlagen wie die Versichertenkarte, Impfpass, Arztbriefe oder Befunde auf die Schnelle suchen zu müssen, führt zu unnötigem Stress. Am besten bewahrt man solche Dokumente immer griffbereit auf. Auch eine Liste mit regelmäßig eingenommenen Medikamenten, Allergien oder Unverträglichkeiten ist eine sinnvolle Ergänzung. In der Klinik findet zuerst ein Aufnahme- und Aufklärungsgespräch statt. Eltern dürfen – und sollen – hier alles ansprechen, was ihnen wichtig erscheint: Fragen zu Untersuchungen, Abläufen oder möglichen Nebenwirkungen. Alles direkt zu klären, gibt Sicherheit, und diese überträgt sich häufig auch auf das Kind.
Wer darf das Kind begleiten?
Für kranke Kinder ist es besonders wichtig, eine vertraute Bezugsperson bei sich zu haben. Falls möglich, ist es ideal, wenn zwei Erwachsene das Kind begleiten – so kann einer sich ganz dem Kind widmen, während der andere zum Beispiel Formelles erledigt oder Snacks besorgt. Vor allem kleineren Kindern gibt Körperkontakt viel Sicherheit. Behalten Sie es auch bei Untersuchungen soweit es geht auf dem Arm oder Schoß. Bei einem stationären Aufenthalt ist es in den meisten Kliniken möglich, dass ein Elternteil bei dem Kind übernachtet („Rooming-in“).
Ist der Aufenthalt geplant, fragen Eltern am besten frühzeitig nach dieser Möglichkeit. Wichtig zu wissen: Die Anwesenheit eines Elternteils ist kein „Extra“, sondern wird in vielen Fällen ausdrücklich empfohlen – weil sie dem Kind Sicherheit gibt und die Behandlung unterstützt. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Unterbringung und Verpflegung der Begleitperson.
Wie bereite ich mein Kind auf den Aufenthalt vor?
Kinder spüren sehr genau, wenn etwas nicht stimmt. Deshalb sollten Eltern frühzeitig ehrlich und altersgerecht erklären, was auf das Kind zukommt. Kurze, klare Informationen geben Orientierung – etwa, warum der Aufenthalt nötig ist, wie die Behandlung abläuft und dass Mama oder Papa immer in der Nähe bleiben.
Beschwichtigungen wie „Das tut gar nicht weh“ können dagegen verunsichern, wenn das Erlebte später anders aussieht. Geben Sie Ihrem Kind Raum für Fragen und Gefühle. Manche Kinder möchten viel wissen, andere benötigen eher Ruhe, Zeit und Nähe. Kindgerechte Bücher und Geschichten über Krankenhäuser helfen dabei, sich besser vorzustellen, was auf einen zukommt. Je ruhiger und zuversichtlicher Eltern bleiben, desto leichter fällt es auch dem Kind, Vertrauen zu fassen.
Was hilft Kindern, sich im Krankenhaus sicherer zu fühlen?
Ein Krankenhaus ist für Kinder eine fremde Welt – mit neuen Geräuschen, Gerüchen und vielen fremden Menschen in seltsamer Kleidung. Nehmen Sie Dinge mit, die Vertrautheit schaffen: das eigene Kissen, ein Kuscheltier oder ein vertrautes Nachtlicht. Wo immer möglich, sollte man dem Kind kleine Entscheidungen überlassen: Welches Pflaster möchtest du? Welche Kleidung nehmen wir mit? Möchtest du einen bestimmten Snack? Das stärkt das Gefühl von Kontrolle in einer Situation, in der vieles fremdbestimmt ist.
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