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Wenn die Stimme versagt … 

von pelikanapo

Deutsche sprechen durchschnittlich etwa 16.000 Wörter pro Tag – wobei diese Zahl je nach Persönlichkeit stark variieren kann. Die hohe Zahl zeigt, was für ein wichtiges Instrument unsere Stimme im Alltag, im Beruf und für die Unterhaltung ist. Und unsere Stimme ist sensibel – sie wird stark von unseren Gefühlen beeinflusst und reagiert meist direkt auf Belastung. Wer eine volltönende, tiefe Stimme hat, wird allgemein als stark wahrgenommen. Doch klingt die Stimme heiser, kratzt oder versagt plötzlich ganz, verunsichert das viele. Stimmprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und entstehen oft durch ein Zusammenspiel aus körperlichen und psychischen Faktoren. 

Wieso verspannte Schultern plötzlich den Ton angeben 

Unsere Expertin Annette Schlumbohm ist akademische Sprachtherapeutin mit eigener Praxis in Schleswig-Holstein. Sie erklärt: „Die Stimmlippen sind über Muskeln, Bänder und Faszien im Kehlkopf aufgehängt. Beim Atmen stehen sie weit geöffnet. Sobald wir einen Ton erzeugen, schließen sie sich. Von unten aus der Lunge wird bei der Ausatmung Luft gegen die Stimmlippen gedrückt – das bringt sie zum Vibrieren: Ein Ton wird erzeugt, unsere Stimme entsteht.“ 

Sind die Schleimhäute jedoch gereizt, überlastet oder angespannt, verlieren die Stimmlippen ihre Elastizität. Häufige physische Auslöser dafür sind Atemwegsinfekte, Allergien, trockene Luft oder Reflux. Auch organische Ursachen spielen eine Rolle. „Die Störanfälligkeit der Stimme tritt oft bei Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) auf. Oder nach operativen Eingriffen, bei denen Narbenbildung oder Intubationsschäden auftreten können“, so Schlumbohm. „Psychische Belastungen wirken ebenfalls direkt auf die Stimme. Stimme und Stimmung sind eng verwandte Wörter, und das aus gutem Grund: Stress führt zu flacher Atmung und Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Kieferbereich. Und wer kennt es nicht, dass wir bei seelischer Anspannung oder Nervosität die Schultern hochziehen oder den Kiefer zusammenpressen? Das zieht sich alles bis in die Muskulatur der Stimmlippen.“ Die Folgen sind deutlich spür- und hörbar: Heiserkeit, Kratzen, Hustenreiz oder ein Engegefühl im Hals. Die Stimme schwächelt, wird leise, rutscht in hohe Tonlagen oder fühlt sich „belegt“ an. 

Das tut der Stimme gut 

Warme Getränke wie Thymian-, Salbei- oder Ingwertee beruhigen die Schleimhäute. Inhalationen mit Wasserdampf, regelmäßiges Lüften und Luftbefeuchter – besonders in der Heizperiode – halten die Stimmlippen geschmeidig. Zigarettenrauch, sehr scharfe Speisen oder Alkohol sollten dagegen gemieden werden, weil sie stark reizend wirken. Bei einem akut kratzigen Gefühl im Hals helfen Lutschpastillen mit Isländisch Moos, Hyaluronsäure oder pflanzlichen Extrakten aus der Apotheke dabei, die gereizten Schleimhäute zu befeuchten. Auch Sprays mit Salzlösungen oder Aloe vera können zwischendurch für schnelle Linderung sorgen. Bei länger anhaltenden Beschwerden, die nicht von einem akuten Infekt stammen, kann eine logopädische Behandlung dabei helfen, Fehlspannungen zu erkennen und abzutrainieren. Ein Rezept dafür stellen Haus-, HNO- oder Kinderärzte sowie Neurologen und Kieferorthopäden aus. 

Sechs Tipps für eine entspannte Stimme und tiefe Atmung 

„Eine kräftige, wohlklingende Stimme kann man trainieren“, sagt unsere Expertin Annette Schlumbohm. „Diese sechs Übungen sollten Sie täglich immer mal wieder zwischendurch anwenden. Sie helfen Ihnen dabei, Ihre Stimmlippen zu lockern und die Atmung bewusst zu stärken.“ 

1. Es ist zwar nicht salonfähig, aber ein herzhaftes Gähnen mit weit geöffnetem Mund-Rachenraum tut auch den Stimmlippen sehr gut. 

2. „Kauen“ Sie einen Summton durch. Beginnen Sie in hoher Tonlage, ein weiches „njamm-njamm-njamm“ zu wiederholen und gehen Sie dabei mit der Stimme langsam immer tiefer. 

3. „Lippenflattern“: Lassen Sie Ihre Lippen ganz locker und erzeugen Sie ein „brrrrrrrrr“ – so, wie Kinder es tun, wenn sie Motorgeräusche nachahmen. 

4. Setzen oder stellen Sie sich bequem hin und atmen Sie auf einem langen „f“-Ton aus, bis die Luft vollständig verbraucht ist. Legen Sie dabei eine Hand auf die Bauchdecke und nehmen Sie die Bewegung von Bauch und Zwerchfell bewusst wahr. 

5. Äpfel pflücken: Lassen Sie die Arme zunächst locker hängen. Mit der Einatmung heben Sie die Arme an und greifen mit den Händen weit nach oben – als würden Sie hoch hängende Äpfel pflücken. Beim Ausatmen seufzen Sie wohlig aus und lassen die Arme locker nach unten fallen. 

6. Den Brustkorb weiten: Setzen Sie sich aufrecht hin und führen Sie die Schulterblätter langsam hinten zusammen, als wollten Sie mit ihnen eine Nuss knacken. Die Arme bleiben locker hängen, die Daumen drehen sich leicht nach außen und Sie heben Ihren Blick nach schräg oben. Das ist ein wunderbarer Ausgleich zum „Handy-Buckel“.

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